Und was geht mich das an?

2015 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. E.ON, RWE, EnBW und überhaupt sämtliche Energiekonzerne arbeiten mittlerweile an grünem Strom, grüner Wasserenergie, grüner Windkraft. Und trotzdem bekomme ich immer wieder zu hören: „Klimawandel – was geht mich das an?“

Dem Eisbär schrumpft die Scholle unter seinem felligen Hintern weg – „Ja, dann muss Greenpeace halt was tun!“ In Äthiopien leiden Millionen Menschen an Hunger wegen einer verheerenden Dürre – „Ja, wo sind denn Brot für die Welt und Unicef?“ Immer mehr Regenwälder werden gnadenlos abgeholzt – „Okay … kümmert sich darum nicht der WWF oder so?“ Seht Ihr nicht, was da passiert? Problemlösungen werden kollektiv abdelegiert! Nach dem Motto: Irgendjemand wird sich schon darum kümmern. Wo kommen wir denn da hin?

Kleindenker sind überflüssig

Stellt Euch mal vor, Ihr habt ein Unternehmen mit mehreren Leuten unter Euch. Ihr befördert jemanden zu Eurer rechten Hand, damit er Euch entlasten kann. Nachdem Ihr ihn ausführlich eingelernt habt, gönnt Ihr Euch eine Woche wohlverdienten Urlaubs. Als Ihr ins Unternehmen zurückkommt, liegt ein riesiger Papierstapel auf Eurem Schreibtisch mit tausend bunten Post-its darauf: „Bitte die Farbe fürs Firmenlogo wählen“, „Neuer Text für die Homepage – so okay?“, „Bitte mit Buchhaltung abstimmen“ …

Ihr fallt aus allen Wolken. Warum hat Euer Stellvertreter die Projekte nicht abgeschlossen? Als Ihr ihn zur Rede stellt, ist er überrascht: „Ja, aber … es ist doch IHR Unternehmen!“ – und damit also nicht SEIN Problem. Das ist die gleiche Manier, wie wenn Ihr Probleme an (fiktive) Dritte abdelegiert: Ihr nehmt sie nicht an, Ihr drückt Euch vor der Zuständigkeit und vor der Verantwortung. Im Unternehmen macht sich ein so kleinkariert denkender Stellvertreter schlichtweg überflüssig.

Ihr seid zuständig

Das Gleiche gilt aber auch im privaten Leben: Wartet nicht darauf, dass andere sehen, was Ihr braucht oder was Ihr Euch wünscht. Wenn Ihr mehr Aufmerksamkeit von Eurem Partner möchtet, wenn Ihr Euch wünscht, dass der Kumpel sich regelmäßiger meldet, wenn Ihr eine Gehaltserhöhung verdient – dann hofft nicht darauf, dass Euer Partner, Kumpel oder Chef das schon irgendwann erkennen wird. Geht das Problem selber an, macht den Mund auf, handelt!
Wenn Ihr stumm bleibt und nicht die Verantwortung für ein Problem übernehmt, trifft Euch das irgendwann wie ein Bumerang. Das Klima geht noch schneller den Bach runter, der Stellvertreter wird über kurz oder lang gefeuert und die Beziehung zum Partner scheitert auch.

Probleme wollen geschultert werden

Ich weiß nicht, wie Ihr das seht, aber ich möchte noch ein paar Jahre auf dieser schönen Erde wohnen – und auch beruflich einen guten Job abliefern und privat glücklich sein. Dafür hänge ich mich gerne rein, auch wenn das bedeutet, dass ich mir ein Problem zu eigen machen und es schultern muss, anstatt es abzuschieben. Ich hoffe, Ihr macht es genauso!
Ihr dürft es natürlich nicht übertreiben, sonst überladet Ihr Euch irgendwann. Aber für die Dinge, die Euch wirklich am Herzen liegen, lohnt es sich. Und wenn Ihr für diese Dinge eine Problemlösung findet, macht Euch das sogar richtig glücklich.

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