Warum Begabung überschätzt wird

An der weltberühmten Stanford University stellte man sich die Frage, warum so viele Studenten den anspruchsvollen Eignungstest bestehen und dann das Studium abbrechen – während andere im Eignungstest fast versagen, jedoch das Studium bravourös absolvieren. Die Antwort finden Sie hier.

Weltweit wollen Hochschulen sicherstellen, dass ihre Studenten für das jeweilige Studienfach geeignet sind und so müssen diese einen Eignungstest bestehen, um angenommen zu werden. Es ist üblich, dass zukünftige Mathe-Studenten logischerweise Mathematikaufgaben bestehen müssen oder zukünftige Juristen den Umgang mit Paragraphen und Prozessen beweisen dürfen. Um eine hohe und möglichst hochwertige Abschlussquote zu erreichen, werden die Besten, manchmal auch nur die Besten der Besten, angenommen.

Doch die Korrelation geht nicht auf. Die Absolventen mit hervorragenden Leistungen waren häufig diejenigen mit schlechtem Einstiegstest und natürlich wollte man wissen, warum das so ist. Eine Untersuchung an der Universität in Pennsylvania an 500 Studienanfängern zeigte, dass klassische Einstellungstests zwar die Eignung für das Studienfach zeigen, jedoch keine verlässliche Aussage darüber geben, ob das Studium erfolgreich abgeschlossen werden kann. Im Gegenteil. Ein viel besserer „Vorhersagemaßstab“ für den späteren akademischen Erfolg waren Optimismus und Hoffnung. Die Universität stellte fest, dass ein sogenannter „Optimismustest“ mehr über das spätere Abschneiden aussagt, als die klassischen Einstiegstests oder die Noten im ersten Studienjahr. „Die Aufnahmeprüfungen der Universität messen die Begabung, während der Optimismustest verrät, wer aufgeben wird.“ Erfolgsentscheidend ist letztlich das, was zum Erfolg führt. Eine Kombination aus ein wenig Talent, das gar nicht so wichtig ist, und der Fähigkeit, angesichts von Niederlagen, weiterzumachen! Also: Optimismus und Hoffnung.

Forscher definieren Optimismus daran, wie Menschen sich ihre Erfolge und Niederlagen erklären. Aus der Sicht der emotionalen Intelligenz ist Optimismus eine Haltung, die die Menschen angesichts großer Schwierigkeiten davor bewahrt, in Apathie, Hoffnungslosigkeit und Depression zu verfallen. Und Optimismus zahlt sich im Leben aus, genau wie die mit ihm eng verwandte Hoffnung (allerdings darf es kein naiver, sondern sollte ein realistischer Optimismus sein). Die innere Haltung eines Pessimisten mündet letztlich in Verzweiflung – die des Optimisten erzeugt Hoffnung. Erfolgreiche Menschen haben die Überzeugung, man habe die Geschehnisse des eigenen Lebens im Griff und ist neu auftretenden Herausforderungen gewachsen.

Es gibt eben einen fundamentalen Unterschied zwischen einem Traum und einem Ziel. Das Ziel kann erreicht werden – und zwar durch Planung. Die Menschen auf der Forbes 100-Liste haben eines gemeinsam: Sie behalten ihre Ziele im Blick und haben einen Plan, wie sie diese erreichen können. Ein Mensch mit guter Eignung hat diese nicht zwingenderweise. Aber genau das wird in den Aufnahmeprüfungen der Hochschulen getestet: Die Eignung. Aber auch in vielen Unternehmen wird so gedacht. So schätzen deutsche Arbeits- und Organisationspsychologen, dass etwa 90 Prozent der Bewerbungsverfahren in deutschen Unternehmen falsch entworfen und damit unsinnig sind.

Hire for attitude, train for skills

„Suche die Mitarbeiter mit der richtigen Einstellung und trainiere sie in ihren Fertigkeiten“. Es ist keine Frage der Eignung, es ist eine Frage unserer Einstellung und unseres Glaubens, ob wir:

  • im Job bei Hürden bestehen
  • an das Bestehen eines Studiums glauben
  • an das Erreichen eines Zieles glauben – und nicht an Plan B
  • an Gott glauben (es heißt glauben und nicht wissen)
  • an die Liebe glauben
  • an die Chance glauben
  • an uns glauben.

Wir glauben an Sie!