Das Glücksprinzip

Da zog es mir beim Stöbern im Netz die Socken aus: Die reichsten 62 Menschen dieser Welt haben gemeinsam so viel Geld wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen!

Diese Schlagzeile ging diese Woche um die Welt. Erste Zweifler gibt es natürlich auch schon, ob die Zahl überhaupt stimmt oder ob da nicht ein Rechen- bzw. Statistikfehler unterlaufen ist (oder gar beabsichtigt war). Nun ist es mir ganz gleich, ob es 62, 318 oder 23 Menschen sind, die so vermögend sind wie der halbe Globus. Fakt ist: Es gibt einige unglaublich reiche Menschen auf dieser Welt mit einem Vermögen, das sie in hundert Leben nicht aufbrauchen könnten. Bill Gates ist so einer – und Warren Buffet. Nun könnt Ihr Euch fragen, wie das möglich ist. Wie haben die das geschafft, ein so unfassbares Kapital anzuhäufen? Haben die das Schicksal betrogen, haben die eine Pakt mit dem Teufel geschlossen? Oder hatten die einfach Glück?

Ja, natürlich hatten die Glück. Das gehört auch beim Finanziellen immer dazu. Aber dieses Glück ist ihnen nicht einfach so in den Schoß gefallen. Das passiert nicht – oder nur selten. Nein, diese Art von Erfolg ist nicht rein zufällig. Die Reichen dieser Welt haben nicht eines Tages einen Glücksgriff gelandet und, schwupps, waren sie für immer und ewig wohlhabend. Im Gegenteil: Ihr finanzielles Glück ist fortwährende Arbeit – eine Art zu leben also.

Denn Glück entsteht dann, wenn Ihr dauerhaft Chancen erkennt.

Nun muss finanzieller Wohlstand nicht Eure Definition von Glück sein. Das ist völlig legitim. Jeder Mensch auf dieser Welt hat seine ganz eigene Vorstellung davon, was Glück für ihn bedeutet. Aber ganz gleich, was Eure Definition ist – das Glücksprinzip lässt sich auf alle Bereiche des Lebens übertragen.
Glückskinder haben nämlich nicht die bessere Methode oder den besseren Plan. Nein, sie jagen Chancen. Und Chancen lassen sich eh nicht planen – gerade das macht sie aus. Absolut jeder kann glücklich werden, wenn er seinen Chancenblick schult, also lernt, seine Chancen zu erkennen – und sie dann auch nutzt.

Solche „Glücksgriffe“ bieten sich täglich. Es gibt nämlich nicht DIE eine Chance, DIESEN einen Moment, den Ihr entweder nutzt oder verpasst. Chancen sind vielmehr die kleinen Optionen, die Ihr jeden Tag immer wieder habt. Jede Entscheidung, jede Wahl lenkt Euer Leben in eine bestimmte Richtung: das Plakat zur Gründungsveranstaltung links liegen lassen oder den QR-Code abscannen beispielsweise. Das kann Eure Chance sein, wenn Ihr sie erkennt. Und genau darum bringt es nichts, passiv auf die Chance zum Durchbruch zu warten und darauf zu hoffen, dass das große Glück plötzlich zum Fenster rein winkt. Nur wenn Ihr offen seid für die kleinen Chancen im Leben, nur wenn Ihr sie auch erkennt, bringen sie Euch voran. Und dafür müsst Ihr Euch losmachen von inneren Zwängen und den Erwartungen, die andere an Euer Leben haben.

Wenn sich einem Fußballspieler die Chance bietet, ein Tor zu schießen, dann überlegt er sich ja auch nicht erst, ob er das überhaupt sollte, weil er doch eigentlich Verteidiger ist und das nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fällt. Nein, er ergreift die Chance!

Und so solltet Ihr es auch machen …