Sind Sie bereit für Orangen?

Vor einiger Zeit hörte ich einmal einen Vortrag von Randall Ridd, der eine Geschichte erzählte – wunderbar als Metapher – in der ein junger Mann gern für ein bestimmtes, angesehenes Unternehmen arbeiten wollte.

Er bewarb sich, wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und bekam den Job. Ehrgeizig setzte er sich ein nächstes Ziel: Beförderung. Er wollte Abteilungsleiter werden. Er erledigte alle seine Aufgaben. Er begann bereits früh am Morgen und blieb lange im Büro, damit sein Chef auf jeden Fall mitbekam, dass er Überstunden machte. Jahre später wurde eine Stelle als Abteilungsleiter frei. Zu seiner Bestürzung erfuhr der junge Mann, dass ein anderer Mitarbeiter, der erst sechs Monate für das Unternehmen tätig war, befördert wurde. Er suchte seinen Chef auf und verlangte eine Erklärung. Der kluge Vorgesetzte entgegnete: „Bevor ich Ihre Frage beantworte, würden Sie mir einen Gefallen tun?“ „Ja, natürlich“, erwiderte der Angestellte. „Würden Sie in den Supermarkt hinübergehen und ein paar Orangen kaufen? Meine Frau braucht welche.“ Der junge Mann erklärte sich einverstanden und ging in den Laden.

Als er wiederkam, fragte der Chef: „Welche Sorte haben Sie gekauft?“ „Orange“, erwiderte der junge Mann. „Sie wollten doch, dass ich Orangen kaufe, und das habe ich gemacht. Hier sind sie.“ „Wie viel haben sie gekostet?“, fragte sein Chef. „Das weiß ich nicht genau“, gab er zur Antwort. „Sie haben mir 30 Dollar gegeben. Hier sind der Beleg und das Wechselgeld.“ „Vielen Dank“, erwiderte sein Chef. „Jetzt setzen Sie sich einmal.“ Der Vorgesetzte rief nun den Mitarbeiter herein, den er befördert hatte, und trug ihm die gleiche Aufgabe auf. Auch dieser erklärte sich einverstanden und ging in den Supermarkt. Als er wiederkam, fragte der Chef: „Welche Sorte haben Sie gekauft?“ „Nun ja“, erwiderte er. „Es gab ziemlich viele Sorten – es gab Navelorangen, Blondorangen, Blutorangen, Mandarinen und viele weitere.

Ich wusste nicht, welche ich kaufen soll. Sie haben ja gesagt, dass Ihre Frau welche braucht, und so habe ich sie angerufen. Sie hat erzählt, dass sie eine Party plant und Orangensaft machen möchte. Also habe ich den Verkäufer gefragt, welche Sorte den besten Saft gibt. Er erklärte mir, dass die Blondorangen besonders süß und saftig sind, also habe ich diese Sorte gekauft. Ich habe sie auf dem Rückweg bei Ihnen zu Hause abgeliefert. Ihre Frau hat sich sehr darüber gefreut.“ „Wie viel haben sie gekostet?“, fragte sein Chef. „Tja, das war auch so eine Sache. Da ich nicht wusste, wie viele ich kaufen soll, habe ich Ihre Frau gefragt, wie viele Gäste sie erwartet. Zwanzig, erfuhr ich. Dann habe ich den Verkäufer gefragt, wie viele Orangen man braucht, um Saft für zwanzig Leute zu machen. Es waren ziemlich viele. Daraufhin habe ich um einen Mengenrabatt gebeten, und diesen auch bekommen. Eigentlich kostet so eine Orange 75 Cent, aber ich habe nur 65 Cent bezahlt. Und bitte nicht wundern, ich habe dem Verkäufer erlaubt auch noch ein kleines Stückchen Ingwer beizulegen, denn mit einer hauchfeinen Note Ingwer soll der Orangensaft noch etwas besser schmecken und gesünder sein. Hier sind das Wechselgeld und der Beleg.“

Der Chef sagte lächelnd: „Danke. Sie können gehen.“ Er sah zu dem jungen Mann, der das alles beobachtet hatte. Dieser sagte: „Ich verstehe, was Sie meinen.“

Das ist das, was Fokus und Leidenschaft für eine Tätigkeit ausdrücken, die Extra-Meile zu gehen. Nicht nur die Dinge zu erledigen, sondern sie mit Excellence zu versehen. Exzellenz ist ein Lebensprinzip, das von uns selbst verlangt, in allen Bereichen und im persönlichen Wachstum ständig Resultate zu erzielen, die außerhalb des Gewöhnlichen stehen. Exzellenz ist damit ein Produkt der Überwindung von Grenzen. Wenn sich Menschen diesem Prinzip verpflichten und sich nur noch mit Exzellentem umgeben, dann wird sich ihr Leben noch weiter zum Positiven ändern.